Was Matthäus von den Sterndeutern erzählt
Die Geschichte steht nur im Matthäusevangelium, in Kapitel 2, Vers 1 bis 12. Sterndeuter aus dem Osten kommen nach Jerusalem und fragen nach dem neugeborenen König der Juden. Sie haben seinen Stern aufgehen sehen. König Herodes erschrickt, lässt die Schriftgelehrten nachschlagen und erfährt, dass der Messias in Betlehem geboren werden soll. Er schickt die Sterndeuter dorthin und bittet sie, ihm Bescheid zu geben, damit auch er dem Kind huldigen kann.
Der Stern zieht vor ihnen her und bleibt über dem Haus stehen, in dem das Kind mit Maria ist. Die Sterndeuter fallen nieder und schenken Gold, Weihrauch und Myrrhe. Im Traum werden sie gewarnt, zu Herodes zurückzukehren, und ziehen auf einem anderen Weg in ihr Land. Gleich danach erzählt Matthäus, wie Herodes in Betlehem alle Jungen unter zwei Jahren töten lässt und Josef mit Maria und dem Kind nach Ägypten flieht.
Für Matthäus sind die Sterndeuter Fremde aus einem anderen Volk, die den Messias Israels erkennen, während der König in Jerusalem ihn beseitigen will. Wie sich seine Erzählung von der bei Lukas unterscheidet, steht auf der Seite zur Weihnachtsgeschichte.
Arbeitsblatt dazu Heilige Drei Könige - Arbeitsblatt mit Ausmalbild für die SekundarstufeWie aus Sterndeutern drei Könige wurden
Matthäus nennt die Besucher magoi, so hießen persische Priester und Gelehrte, die die Sterne deuteten. Er sagt nicht, wie viele es waren, und er nennt sie nicht Könige. Das meiste, was Kinder heute von den Heiligen Drei Königen kennen, kam in den Jahrhunderten danach dazu.
- 200um
Fast Könige
Der Kirchenschriftsteller Tertullian schreibt, die Magier hätten im Osten beinahe als Könige gegolten. Christen lesen dazu Psalm 72 und Jesaja 60, wo Könige mit Gold und Weihrauch zum Gott Israels kommen.
- 3.Jh.
Drei Besucher
Der Theologe Origenes spricht von drei Sterndeutern. Die Zahl kommt von den drei Geschenken.
- 1164Köln
Die Gebeine im Dom
Erzbischof Rainald von Dassel bringt Reliquien, die als Gebeine der Drei Könige gelten, von Mailand nach Köln. Für sie entsteht der goldene Dreikönigenschrein, der heute im Kölner Dom steht. Die drei Kronen im Kölner Stadtwappen erinnern daran.
- 15.Jh.
Kaspar, Melchior und Balthasar
Die drei tragen längst Namen. Sie stehen für drei Lebensalter und für die drei Erdteile, die man damals kannte: Europa, Asien und Afrika. Im späten Mittelalter beginnen Künstler, einen von ihnen als Afrikaner zu malen.
Gold, Weihrauch und Myrrhe
Alle drei Geschenke waren in der Antike kostbar. Weihrauch und Myrrhe sind getrocknete Harze von Sträuchern und Bäumen, die in Südarabien und Ostafrika wachsen. Schon früh haben Christen in jedem Geschenk eine Aussage darüber gesehen, wer Jesus ist.
| Geschenk | Wofür es verwendet wurde und was es bedeutet |
|---|---|
| Gold | Das wertvollste Metall, ein Geschenk für Herrscher. Es zeigt Jesus als König. |
| Weihrauch | Verbrannt steigt sein Duft auf, im Tempel gehörte er zum Gebet. Er zeigt, dass Gott in Jesus da ist. Bis heute wird in vielen Gottesdiensten Weihrauch verwendet. |
| Myrrhe | Ein bitteres Harz für Salben, Heilmittel und das Einbalsamieren von Toten. Es zeigt Jesus als Menschen, der leiden und sterben wird. Nach Johannes 19,39 wird der tote Jesus mit Myrrhe bestattet. |
Der 6. Januar: Erscheinung des Herrn
Der kirchliche Name des Tages ist Erscheinung des Herrn, griechisch Epiphanie. Gefeiert wird, dass Gott in Jesus für alle Menschen sichtbar wird, und dafür stehen die Sterndeuter aus einem fremden Volk. Die katholische Kirche feiert ein Hochfest. In evangelischen Kirchen heißt der Tag Epiphanias, mit ihm beginnt die Epiphaniaszeit, die je nach Ostertermin einige Wochen dauert.
In den Ostkirchen ist der 6. Januar das Fest der Taufe Jesu. Orthodoxe Christen, die nach dem alten julianischen Kalender rechnen, etwa in Russland und Serbien, feiern am 7. Januar Weihnachten. Gesetzlicher Feiertag ist der 6. Januar in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt, außerdem in Österreich.
Sternsinger und der Segen an der Tür
Um den 6. Januar ziehen Kinder als Könige verkleidet mit einem Stern von Haus zu Haus. Sie singen, bringen den Segen und bitten um Spenden für Kinder in armen Ländern. Das Sternsingen ist ein alter Brauch. Seit 1959 organisieren das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend daraus jedes Jahr die Aktion Dreikönigssingen. Bis 2025 kamen so mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen. Die Aktion 2027 hat das Motto „Gutes Essen, starke Kinder“ und stellt Kinder in Guatemala vor.
An die Tür oder den Türbalken schreiben die Sternsinger mit gesegneter Kreide 20*C+M+B+27. Die Buchstaben stehen für den lateinischen Segen Christus mansionem benedicat, „Christus segne dieses Haus“. Oft werden sie auch als Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar gelesen. Der Stern erinnert an den Stern von Betlehem, die Kreuze an Christus, und die Zahlen ergeben das neue Jahr.
Heilige Drei Könige im Unterricht
Das Thema fällt in die Tage um die Weihnachtsferien. Vor den Ferien passt es als Ausblick auf das Ende der Weihnachtszeit, danach als Rückblick, wenn die Sternsinger gerade unterwegs waren. In der Grundschule stehen die Geschichte, der Stern und das Sternsingen im Mittelpunkt, oft haben Kinder der Klasse selbst mitgemacht. Ab Klasse 5 lohnt der genaue Blick in den Bibeltext: Viele sind überrascht, dass Matthäus keine Zahl nennt und die Besucher nicht Könige nennt.
Eine Frage trägt durch beide Stufen: Warum machen sich Fremde auf den weiten Weg zu einem Kind, und warum erschrickt der König in Jerusalem?
Den Weg legen
Grundschule: Mit Tüchern und Steinen entsteht ein Bodenbild mit vier Stationen: der Osten, der Palast des Herodes, das Haus in Betlehem und der andere Heimweg. An jeder Station erzählen die Kinder, was dort geschieht und wie es den Sterndeutern geht.
Ein Segen für jemanden
Grundschule: Die Kinder klären, was 20*C+M+B+27 bedeutet. Dann gestalten sie eine Segenskarte für einen Menschen, dem sie im neuen Jahr etwas Gutes wünschen, und schreiben dazu, was das ist.
Bibel oder Legende?
Ab Klasse 5: Die Schüler lesen Matthäus 2,1–12 und prüfen Aussagen wie „Es waren drei“, „Sie ritten auf Kamelen“, „Einer hieß Melchior“ und „Sie kamen in einen Stall“. Danach sammeln sie, warum die Legende so viel ergänzt hat.
Zwei Könige, zwei Antworten
Ab Klasse 5: Zu zweit vergleichen die Schüler, wie die Sterndeuter und wie Herodes auf die Nachricht vom neuen König reagieren. Gemeinsam schreiben sie einen Satz dazu, warum die Sterndeuter auf einem anderen Weg heimkehren.
Worauf du achten solltest
- Den Bibeltext und den Brauch trennen, ohne den Brauch kleinzumachen. Kronen, Namen und Kamele stehen nicht bei Matthäus. Kinder, die Sternsinger waren, sollen trotzdem nicht den Eindruck bekommen, sie hätten etwas Falsches gespielt. Die Legende deutet die Geschichte weiter, und der Brauch lebt davon.
- Das Schminken ansprechen. Früher wurde ein Sternsinger schwarz geschminkt. Das Kindermissionswerk empfiehlt, darauf zu verzichten: Die Kinder gehen so, wie sie aussehen. Wenn Schüler davon erzählen, lässt sich besprechen, warum sich der Brauch geändert hat.
- Den Kindermord in der Grundschule weglassen. Die Geschichte der Sterndeuter endet mit Vers 12. Was Herodes danach tut, gehört eher in die Sek I, wenn es um Herodes und die Flucht nach Ägypten geht.
- Schüler anderer Religionen einbeziehen. Bei Matthäus erkennen gerade Fremde aus einem anderen Volk den neuen König zuerst. Kinder anderer Religionen schreiben auf die Segenskarte eigene gute Wünsche, einen christlichen Segen muss niemand schreiben.
Zu jeder Aktion Dreikönigssingen stellt das Kindermissionswerk auf sternsinger.de kostenloses Material über das Beispielland bereit, darunter einen Film für Kinder. Es eignet sich, wenn die Klasse wissen will, wohin die Spenden gehen.
Arbeitsblatt zu den Heiligen Drei Königen
1 Material für den Unterricht, als PDF bei eduki.
Häufige Fragen
Kurze Antworten zum Dreikönigstag.
Waren es wirklich drei Könige?
Matthäus spricht von Sterndeutern und sagt nicht, wie viele es waren. Drei wurden es wegen der drei Geschenke, Könige durch die Deutung von Psalm 72 und Jesaja 60.
Was bedeutet C+M+B?
Die Buchstaben stehen für Christus mansionem benedicat, „Christus segne dieses Haus“. Die Sternsinger schreiben sie mit der Jahreszahl an die Tür, für 2027 also 20*C+M+B+27.
Wo ist der 6. Januar ein Feiertag?
In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt und in Österreich. In den anderen Bundesländern ist es ein normaler Werktag, an dem meist noch Ferien sind.
Warum ist einer der Könige oft schwarz dargestellt?
Im Mittelalter standen die drei Könige für die drei damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika. Damit sollte gezeigt werden, dass Menschen aus der ganzen Welt zu Jesus kommen. Seit dem späten Mittelalter malen Künstler deshalb einen von ihnen als Afrikaner.
Was ist Epiphanias?
Der evangelische Name für den 6. Januar, von griechisch Epiphanie, „Erscheinung“. Katholisch heißt der Tag Erscheinung des Herrn.
Ab welcher Klasse passt das Thema?
Schon in der Grundschule, dort mit der Geschichte, dem Stern und den Sternsingern. Ab Klasse 5 lässt sich der Bibeltext mit der Legende vergleichen und die Rolle von Herodes besprechen.